Hier finden Sie eine Auswahl von Konzertprogrammen, die mich derzeit in besonderer Weise beschäftigen:

Goldberg-Variationen

Die Auseinandersetzung mit der Musik J. S. Bachs bildet den Kern meiner Arbeit. Als Tastenspieler beschäftige ich mich kontinuierlich mit seinen Clavier- und Orgelwerken. Die „Goldberg-Variationen“ sind dabei für mich das Gipfelwerk der Cembalokunst: Aus einer Baßstimme heraus entwickelt Bach einen Kosmos an Möglichkeiten, hoch komplex und doch musikantisch verspielt in der Konversation der Stimmen. Hier geht es um nichts Geringeres als um die Erforschung der Möglichkeiten von Musik.

Ich ging einmal spazieren

Die „Goldberg-Variationen“ der Spätrenaissance: Mit seinen 31 Variationen über eine wunderschöne Melodie schuf Hans Leo Haßler eine fesselnde Dramaturgie, wie man sie in dieser Zeit wohl kaum erwarten würde. Alle möglichen Formen und Techniken der Tastenkunst um 1600 sind hier zu einer monumentalen Großform zusammengefaßt – 35 Minuten virtuoser Kontrapunkt, sprühender Ideenreichtum und auf das Tasteninstrument übertragene Mehrchörigkeit.

Ein Musicalisches Opfer

1747 besuchte J.S. Bach den Potsdamer Hof Friedrichs des Großen, der ihn zu einer Improvisation über ein gegebenes Thema herausforderte. Anschließend entwickelte Bach daraus ein rätselhaftes und atemberaubend komplexes Kammermusikwerk, das geradezu avantgardistische Züge trägt. In meiner Einrichtung möchte ich diese gewagte Musik als hochaktuelle Studie über die Unendlichkeit hörbar machen. Besetzung: Flöte, Violine, Violoncello und Cembalo.

Barock am Leine-Fluß

Als Lüneburger Schüler kam der junge J.S.Bach mehrfach mit französischen Musikern aus Celle in Kontakt: Begegnungen, die seinen eigenen Stil fortan maßgeblich prägten. Die Celler Hofmusik gilt als verloren – was mag er dort gehört haben? Mit Celle eng verbunden war der hannoversche Hof, an dem ebenfalls Franzosen musizierten. Neues und aufregend Unbekanntes aus Hannovers Quellen hat Simone Nill entdeckt; gemeinsam präsentieren wir es in einem farbigen Kammermusikprogramm für Blockflöte und Cembalo.

Orgelmesse

Der monumentale Höhepunlt von J.S. Bachs Orgelschaffen ist wohl sein 3. Teil der Clavier-Übung, die sogenannte „Orgelmesse“. Mit Bearbeitungen der Missa brevis und der zentralen Katechismus-Lieder, ergänzt durch intime Duette und gerahmt durch das erhabene Praeludium und Fuge Es-Dur, huldigt Bach dem Kern lutherischer Glaubenslehre in atemberaubenden kontrapunktischen Formen. Eine der schönsten Herausforderungen für einen Organisten im Zusammenspiel von Musik und Theologie!

Zwischen Heiterkeit und Melancholie

Einheit in Vielfalt: Variationen über einen gleichbleibenden Baß gehören zu den markantatesten Formen des 17. Jahrhunderts. Unterschiedlichste Chaconnen und Passacaglien um 1700 führen in diesem Programm quer durch die Stile und Kulturen Europas: Von Italien (Storace) nach Österreich (Muffat), von Spanien (Cabanilles) nach Frankreich (Couperin) und von Deutschland (Buxtehude, Pachelbel) nach England (Purcell). Am Ende steht J.S. Bachs große Passacaglia c-moll für Orgel.